Die Unternehmensbewertung ist der Prozess zur Ermittlung des wirtschaftlichen Werts eines Unternehmens durch die Analyse seiner finanziellen Lage und operativen Leistungsfähigkeit. Dabei werden Marktbedingungen, Rentabilität und zukünftige Ertragspotenziale berücksichtigt. Die Bewertung unterstützt Investoren, Gesellschafter und potenzielle Käufer dabei, fundierte und richtige Entscheidungen zu treffen.
Zu den wichtigsten Begriffen der Unternehmensbewertung gehören folgende:
Nominalwert: Der bei der Unternehmensgründung oder in offiziellen Unterlagen angegebene Wert des Gesellschaftskapitals. Er wird meist für Aktien und Kapitalanteile verwendet.
Marktwert: Der Wert eines Unternehmens oder Vermögenswertes, auf den sich Käufer und Verkäufer unter freien Marktbedingungen einigen. Er kann je nach Angebot und Nachfrage variieren.
Innerer Wert: Der tatsächliche wirtschaftliche Wert eines Vermögenswertes unabhängig vom Marktpreis. Dabei werden Nutzbarkeit und Produktionspotenzial berücksichtigt.
Restwert: Der verbleibende Nettowert eines Vermögenswertes nach Ablauf seiner Nutzungsdauer, der noch durch Verkauf oder Recycling erzielt werden kann.
Fair Value: Der geschätzte Marktwert, zu dem ein Vermögenswert zwischen informierten und freiwilligen Parteien ohne Zwang gehandelt werden könnte. Dieser Begriff wird häufig in der Buchhaltung und Finanzberichterstattung verwendet.

Die bei der Unternehmensbewertung verwendeten finanziellen Begriffe lassen sich wie folgt erklären:
Nettoumlaufvermögen: Eine Kennzahl zur Messung der kurzfristigen finanziellen Stabilität eines Unternehmens. Es wird berechnet, indem kurzfristige Verbindlichkeiten von kurzfristigen Vermögenswerten abgezogen werden.
Investitionsausgaben: Ausgaben für Anlagegüter wie Maschinen, Geräte, Gebäude und Betriebsausstattung.
Wachstumsrate: Der Wert, der durch den Vergleich der Umsätze der aktuellen Periode mit denen der vorherigen Periode ermittelt wird.
Beta-Koeffizient: Eine Kennzahl, die die Schwankung und Richtung einer Aktie im Verhältnis zu einem Marktindex oder einer anderen Aktie beschreibt.
Diskontsatz: Der Zinssatz, der bei Cashflow-Analysen zur Darstellung der Kapitalkosten verwendet wird. Er kann die Eigenkapitalkosten oder die gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten darstellen.
Residualwert: Der verbleibende wirtschaftliche Wert einer Investition nach Abzug aller Kosten und Abschreibungen.
Die Unternehmensbewertung ermöglicht es Unternehmen, durch die objektive Analyse ihrer finanziellen und operativen Leistung fundierte Entscheidungen zu treffen. Sie ist besonders wichtig für Investoren, Gesellschafter, Manager und Finanzinstitute.
Die wichtigsten Zwecke einer Unternehmensbewertung sind:
Je nach Branche und Tätigkeitsbereich eines Unternehmens können unterschiedliche Bewertungsmethoden angewendet werden. Besonders wichtig ist dabei die Analyse des Cashflows. Der Cashflow beschreibt die Geldzuflüsse und Geldabflüsse eines Unternehmens innerhalb eines bestimmten Zeitraums.
Vor der Durchführung einer Unternehmensbewertung sollten insbesondere folgende Prognosen vorbereitet werden:
Diese Methode wird häufig bei Unternehmen angewendet, die überwiegend mit Immobilien oder anderen Vermögenswerten arbeiten. Dabei werden sämtliche Vermögenswerte und Verbindlichkeiten des Unternehmens berücksichtigt. Nach der Ermittlung der aktuellen Marktwerte der Vermögenswerte werden die Schulden abgezogen, und der verbleibende Betrag gilt als Unternehmenswert.
Sie wird besonders bei immobilienorientierten und vermögensintensiven Unternehmen bevorzugt.
Bei dieser Methode wird der Unternehmenswert durch den Vergleich mit ähnlichen Unternehmen derselben Branche bestimmt. Häufig dienen börsennotierte Unternehmen oder vergleichbare Markttransaktionen als Referenz.
Zur Berechnung werden Finanzkennzahlen wie das Kurs-Gewinn-Verhältnis oder das Kurs-Umsatz-Verhältnis verwendet.

Bei diesem Ansatz basiert die Unternehmensbewertung auf den freien Cashflows, die das Unternehmen erwirtschaftet. Der heutige Wert der zukünftig erwarteten Zahlungsströme wird berechnet, um den Unternehmenswert zu bestimmen.
Eine der bekanntesten Methoden ist die Discounted-Cashflow-Methode. Dabei wird der heutige Wert der zukünftigen Cashflows des Unternehmens ermittelt.
Die Discounted-Cashflow-Methode wird in zwei Bereiche unterteilt:
Free-Cashflow-to-Firm-Methode: Berechnet den Gesamtwert des Unternehmens für Eigenkapitalgeber und Fremdkapitalgeber.
Free-Cashflow-to-Equity-Methode: Ermittelt den Geldbetrag, der den Gesellschaftern nach Erfüllung aller finanziellen Verpflichtungen verbleibt.
Bei der Erstellung eines Bewertungsberichts müssen Zielsetzung, Umfang, Methoden und Analyseergebnisse ausführlich beschrieben werden. Die verwendeten Finanzdaten sollten aus aktuellen und zuverlässigen Quellen stammen.
Zu Beginn des Berichts sollten Zweck, Bewertungsdatum und Rahmenbedingungen der Bewertung klar angegeben werden. Anschließend folgen Informationen über die Geschäftstätigkeit, Organisationsstruktur, Marktposition sowie Produkte oder Dienstleistungen des Unternehmens.
Darüber hinaus müssen die verwendeten Bewertungsmethoden und die Gründe für ihre Auswahl nachvollziehbar erläutert werden. Ebenso sollten Risikoanalysen, Sensitivitätsanalysen und Zukunftsprognosen enthalten sein.