Eine Lieferscheinrechnung ist ein offizielles Dokument, das durch die Zusammenführung eines Lieferscheins und einer Rechnung in einem einzigen Dokument entsteht und sowohl Versand- als auch Verkaufsinformationen enthält. Ihre Gültigkeit wurde im Rahmen des Rundschreibens Nr. 211 des Steuerverfahrensgesetzes (VUK) anerkannt. Steuerpflichtige, die dieses Dokument verwenden, müssen keinen separaten Lieferschein oder keine separate Rechnung mehr ausstellen. Dadurch entfällt die Verpflichtung, zwei getrennte Dokumente zu erstellen, was Einsparungen bei Arbeits- und Bürokosten ermöglicht.
Das System der Lieferscheinrechnung bietet insbesondere für Unternehmen mit hohem Transaktionsvolumen erhebliche operative Vorteile. Im klassischen Verfahren wird für jede Lieferung zunächst ein Lieferschein erstellt, anschließend auf Grundlage dieser Dokumente eine Rechnung ausgestellt und beide Unterlagen werden separat aufbewahrt. Dies erschwert die Dokumentenverwaltung.
Bei der Lieferscheinrechnung hingegen reduziert sich die Anzahl der Dokumente, die Archivlast wird verringert und die Prozesse werden beschleunigt. Buchhaltungsteams können Buchungen direkt anhand eines einzigen Dokuments vornehmen, anstatt sich mit dem Abgleich und der Kontrolle von Lieferscheinen und Rechnungen zu beschäftigen.
Diese Dokumentenart wird bevorzugt, wenn Warenlieferung und Verkauf gleichzeitig stattfinden. Besonders häufig wird sie bei Geschäften verwendet, bei denen die Zahlung zum Zeitpunkt der Lieferung erfolgt. So werden Versand und Rechnungsstellung in einem einzigen Schritt abgeschlossen.
Unternehmen im Großhandel gehören zu den häufigsten Nutzern dieses Systems. Für Betriebe, die regelmäßig große Mengen versenden, beschleunigt die direkte Ausstellung einer Lieferscheinrechnung den Prozess, anstatt für jede Lieferung einen separaten Lieferschein und anschließend eine Sammelrechnung zu erstellen. Sie wird широко in den Bereichen Konsumgüter, Lebensmittel, Textil und Bauwesen eingesetzt.
Die Berechtigung zur Ausstellung einer Lieferscheinrechnung wird gemäß VUK allen natürlichen und juristischen Personen erteilt, die zur Ausstellung von Rechnungen verpflichtet sind. Diese Methode ist nicht zwingend vorgeschrieben und hängt von der Entscheidung des Steuerpflichtigen ab. Wird sie jedoch angewendet, müssen alle entsprechenden Vorschriften vollständig eingehalten werden.
Was ist der Zweck eines Lieferscheins?
Ein Lieferschein wird erstellt, um zu dokumentieren, dass eine Ware versandt wurde und sich auf dem Transportweg befindet. Es handelt sich um ein offizielles Dokument, das zeigt, von wo nach wo die Ware geliefert wird und aus welchem Grund der Versand erfolgt. Nach den Bestimmungen des VUK ist die Ausstellung eines Lieferscheins für Waren, die zum Verkauf transportiert werden, verpflichtend. Dieses Dokument dient bei Kontrollen als Nachweis dafür, dass die Waren im Rahmen eines rechtmäßigen Handelsvorgangs transportiert werden.
Darüber hinaus erleichtert der Lieferschein für Unternehmen die Verfolgung von Lagerbewegungen. Waren, die das Lager verlassen, werden mit diesem Dokument erfasst und tragen zu einer ordnungsgemäßen Buchführung bei.
Ein Lieferschein wird in folgenden Fällen ausgestellt:
Was sind die Unterschiede zwischen Lieferschein und Rechnung?
Obwohl beide Dokumente im Rahmen des VUK geregelt sind, unterscheiden sich ihre Verwendungszwecke. Der Lieferschein wird während des Transports der Waren erstellt, während die Rechnung den Verkaufsvorgang und dessen Wert dokumentiert.
Die wichtigsten Unterschiede sind:
Angaben, die in einer Lieferscheinrechnung enthalten sein müssen
Bei der Erstellung einer Lieferscheinrechnung müssen alle Pflichtangaben sowohl des Lieferscheins als auch der Rechnung enthalten sein. Nach VUK sind folgende Informationen erforderlich:
Wie wird eine Lieferscheinrechnung erstellt?
Eine Lieferscheinrechnung wird vor oder während des Versands erstellt, und alle erforderlichen Angaben müssen vollständig ausgefüllt werden. Besonders wichtig ist die korrekte Angabe von Versanddatum und -uhrzeit. Fehler in diesen Angaben können dazu führen, dass das Dokument seine Eigenschaft als Lieferschein verliert.
Das Dokument muss mindestens in drei Exemplaren ausgestellt werden, um eine ordnungsgemäße Dokumentation und Vorlage bei Kontrollen zu gewährleisten:
Gedruckte Lieferscheinrechnungen müssen von Druckereien hergestellt werden, die mit dem Ministerium für Schatzwesen und Finanzen der Republik Türkei vertraglich verbunden sind, und offizielle Gültigkeitsmerkmale aufweisen.
Bei der Ausstellung ist ein systematisches Vorgehen wichtig. Die Dokumente müssen chronologisch erfasst werden, und das Nummerierungssystem darf keine Lücken oder Duplikate enthalten. Alle Details der versandten Waren sowie Transportinformationen müssen vollständig und klar angegeben werden.
Heutzutage kann dieser Prozess auch digital über das e-Rechnungssystem durchgeführt werden. Wenn auf der Rechnung der Hinweis „ersetzt den Lieferschein“ enthalten ist und ein Ausdruck während des Transports mitgeführt wird, kann sie als Lieferschein verwendet werden.
Was ist ein elektronischer Lieferschein (e-İrsaliye)?
Der elektronische Lieferschein ist die digitale Version des Papierlieferscheins, die elektronisch erstellt wird und rechtlich gültig ist. Er wurde mit dem Rundschreiben Nr. 509 des VUK eingeführt. Ziel ist es, Verzögerungen und Verlustrisiken in papierbasierten Prozessen zu vermeiden.
Zu den wichtigsten Vorteilen gehören Geschwindigkeit, Kosteneinsparungen, einfache Archivierung und ein geringeres Fehlerrisiko.
Für Unternehmen, die im e-Rechnungssystem registriert sind und bestimmte Umsatzgrenzen überschreiten, ist die Nutzung verpflichtend. Andere Unternehmen können freiwillig in das System wechseln. Nach der Teilnahme ist die Ausstellung von Papierlieferscheinen nicht mehr zulässig.
In einigen Branchen ist die Nutzung unabhängig vom Umsatz verpflichtend, z. B. in den Bereichen Kraftstoffe, Bergbau, Düngemittel, Zuckerproduktion sowie Obst- und Gemüsehandel.
Elektronische Lieferscheine werden im UBL-TR-Format erstellt und elektronisch übermittelt, wodurch ein kompatibler Datenaustausch zwischen verschiedenen Systemen ermöglicht wird.
Die Dokumente können über das Portal der Steuerverwaltung oder über private Integratoren versendet werden. Sie erhalten ihre rechtliche Gültigkeit durch eine elektronische Signatur oder ein Finanzsiegel.
Im System wird zunächst der elektronische Lieferschein erstellt und anschließend die elektronische Rechnung ausgestellt. In integrierten Systemen können diese Dokumente automatisch miteinander verknüpft werden. Außerdem kann der Empfänger über das System mitteilen, wenn er die gelieferten Waren ganz oder teilweise ablehnt.